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16.05.2019
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16.04.2019
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10.04.2019
Nachruf

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Traudi Beierlein: Künstlerisches Schaffen

Im bereits früher erwähnten FAZ-Artikel ist auch folgender Satz zu finden: „Traudi Schulte-Beierlein saß schon als Schwimmerin am Beckenrand mit Block und Stift.“
Daran kann ich mich nun wirklich nicht erinnern. Ich bin eigentlich nur zum Trainieren ins Schwimmbad gegangen. Die Richtigkeit dieser Aussage kann ich leider nicht bestätigen.

Gibt es eine Verbindung vom Sport zum künstlerischen Schaffen?
Man braucht in beiden Bereichen Begeisterung und Durchhaltevermögen, darf nicht so schnell aufgeben, wenn es mal nicht so klappt. Das gilt natürlich in ähnlicher Form auch für alle anderen Bereiche des Lebens.

Als Künstlerin arbeitest du mit vielen verschiedenen Materialien, übst dich in vielen verschiedenen Techniken. Verzettelt man sich dabei nicht?
Doch, das passiert mir immer wieder. Ich mache ja alles gern. Malerei. Bildhauerei. Papierschöpfen. Anfangs hatte ich eine überbordende Energie und habe sehr, sehr viele Arbeiten gemacht. Heute arbeite ich gezielter, in der Anzahl weniger, suche mir die Themen sorgfältiger aus.

Hast du eine Vision bei deinem künstlerischen Schaffen?
Ich habe immer wieder Ideen für neue Projekte. Wenn eine Idee völlig Besitz von mir ergriffen hat, muss ich sie unbedingt ausführen. Wenn das Werk vollendet ist, ist das Thema für mich aber auch absolut abgeschlossen. Wenn ich ein Werk verkaufen kann, möchte ich gern wissen, wo es danach sein wird.

Letzte Arbeit an Camino Comun

Du zeigst deine Werke immer wieder mal in verschiedenen Ausstellungen. Was ist dir dabei wichtig?
Der wichtigste Grund ist für mich, die Reaktion der verschiedenen Betrachter zu sehen. Das Verkaufen ist natürlich auch nicht unwichtig, aber in Hauptsache aus dem Grund, da mir die Werkstücke sonst Atelier und Lagerräume verstopfen würden. Wirtschaftlicher Erfolg steht nicht so weit oben, da meine Familie heute zum Glück finanziell unabhängig ist. Wenn man bei seinen Arbeiten auf den finanziellen Erfolg angewiesen ist, ist die Gefahr auch relativ groß, dass man in seinem Wirken verkrampft.

Holz: Ein wichtiger Partner

Wie gehst du bei deinen Arbeiten vor?
Das ist unterschiedlich und hängt auch von den verwendeten Materialien ab. Bei den Reliefs ist zum Beispiel das Holz ein sehr wichtiger Partner. Das Holz sagt mir, wo es lang geht. Ich habe zwar eine Vorstellung davon, was ich machen will, lasse mich aber vom Holz leiten. Ich schaue mir das Holz sehr, sehr lange an und muss meine Vorstellungen dann häufig an das Matetrial anpassen. Der Charakter des Holzes muss heraus gearbeitet werden, alles andere käme für mich einer Vergewaltigung gleich. Wenn man so will, redet das Holz mit mir.

Wie suchst du dir das Holz aus?
Ich bin häufig im Wald unterwegs und sehe schon frühzeitig, welche Bäume demnächst gefällt werden sollen. Oder geerntet, wie die Forstwirte sagen. Ich schaue mir diese Bäume dann sehr intensiv an. Wenn einer der Bäume für meine Arbeiten in Frage kommt, spreche ich mit dem zuständigen Förster. Die Förster waren bisher immer hilfsbereit und sind meinen Wünschen meist gern nachgekommen.

Ist eines deiner Werke an exponierter Stelle zu sehen?
Ganz in der Nähe sind verschiedene Arbeiten am sogenannten „Holzweg“ entstanden. Hier habe ich regelmäßig Führungen veranstaltet, und Gruppen über die Intension meiner Arbeiten informiert. Heute sind die meisten dieser Arbeiten unansehnlich und das Holz schon sehr dem Verfall preisgegeben.
Ein sehr großes Werk von mir hat einen sehr schönen Platz in der ehemaligen Maschinenhalle der Technischen Universität Darmstadt gefunden.

"Erringung des ersten olympischen Ringes"

Gibt es Werke, die eine Verbindung zum Sport haben?
Für eine Ausstellung zum Thema Sport und Kunst habe ich mich einmal mit dem Thema Schwimmen auseinandergesetzt. Dabei habe ich mit vielen großen Ästen die Armbewegungen beim Kraulschwimmen simuliert. Die verschiedenen "Kraularme" hingen nebeneinander unter einem wasserähnlichen Dach, dahinter war einer der Olympischen Ringe auf weiße Leinwand gemalt. Das Werk hieß "Erringung des ersten olympischen Ringes" und stellte einen Wettkampf dar.

Was ist dir heute bei deinem künstlerischen Schaffen wichtig?
Ich möchte nichts mehr machen, nur weil mir zum Beispiel eine Technik besonders gut gefällt. Die Arbeiten müssen einen Sinn haben, sollten mit dem Leben zu tun haben und ein Stück von mir, von meiner Persönlichkeit sein.

Ein Blick ins Atelier