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Traudi Beierlein: Von Darmstadt nach Mühltal

Siegfried-Schmitt-Preis für beispielhafte Nachwuchsarbeit (Quelle: Darmstädter Echo)

In einem FAZ-Artikel habe ich folgenden Text zu deiner Person gefunden: „Oh ja, Traudi Beierlein, dieser Name stand für eine wunderbare, elegante Technik, für eine Wasserlage, über die man in Darmstadt heute noch schwärmt.“
Diese Aussage stimmt. Ich hatte ein natürliches Bewegungsverständnis, das mich zur Deutschen Meisterschaft und zu den Olympischen Spielen gebracht hat. Es lag nicht an meiner Kraft, nicht an meinem Fleiß, sondern es waren nur mein Wassergefühl und die Wasserlage, die meine Erfolge möglich gemacht haben.

Hast du deine Erfahrungen, so wie in Ägypten, auch später in Darmstadt als Trainerin für den Nachwuchs eingesetzt?
Das habe ich viele Jahre lang gemacht. Ich habe mich dabei aber nicht bei den Leistungsschwimmern, sondern in den Breitensport-Gruppen engagiert. Die Kinder sollten vor allem Freude am Schwimmen haben. Über den Spaß kann sich hier und da auch schon mal ein Leistungswille bilden. Es sind immer mal wieder Kinder in die Leistungsgruppen hinüber gewechselt. Wichtig ist für mich, dass die Kinder aus eigenem Antrieb handeln und nicht nur den Wünschen ihrer Eltern folgen.

Wie kam es zum Umzug nach Mühltal?
Entscheidend war die Heirat mit meinem heutigen Ehemann Gerhard, der die Firma Datron gegründet hatte und mit ihr 1976 von Bessungen nach Traisa umzog. Zusammen mit dem ersten Firmengebäude war auch ein Wohngebäude entstanden. Die Firma und natürlich die Kinder waren für mehrere Jahrzehnte der Mittelpunkt unseres Lebens. Heute führt unser Sohn die Firma.

Traudi und Gerhard Schulte (1976)
Traudi und Gerhard Schulte

Musiklehrerin – Studium mit 40

Deine Mutter war Konzertgeigerin. War sie viel im musikalischen Umfeld tätig?
Ja. Vor allem in der Zeit als mein Vater in Kriegsgefangenschaft war, hat sie durch Unterricht und Konzerte die Grundlage dafür geschaffen, dass es meinen beiden Geschwistern und mir gut ging. Es war für meine Mutter eine schwierige Zeit. Trotzdem ist es ihr gelungen, uns eine schöne Kindheit und Jugend zu ermöglichen.

Du hast mit 40 Jahren ein Musik-Studium begonnen. Was war die Motivation für diesen Schritt?
Ich hatte bereits mit vier Jahren erste Erfahrungen mit der Geige gesammelt. Nicht weil meine Mutter das wollte, sondern aus eigenem Antrieb. Meine Mutter hatte kein Interesse daran, dass ich ihr nacheiferte und ebenfalls eine Karriere als Musikerin anstrebte. Sie hat unter dem Konkurrenzdruck in diesem Beruf doch sehr gelitten.
Als ich 40 war, habe ich einen Kurs im Tonsatz besucht, weil ich Näheres über dieses Thema erfahren wollte. Das Bestehen des Kurses war gleichbedeutend mit der theoretischen Eingangsprüfung für das Musikstudium an der Darmstädter Akademie für Tonkunst, das ich vier Jahre später abschloss. Nach Abschluss des Studiums war ich anerkannte private Musiklehrerin. Meine Abschlussarbeit hatte den Titel "Geigen - ein Leistungssport?" und verglich die geistigen und physischen Anforderungen von Geigenspiel und Sport.

Danach hast du als Musiklehrerin gearbeitet?
Nein. Als ich das Studium nach vier Jahren abgeschlossen hatte, kamen verschiedene Dinge dazwischen. Zum einen hatte ich große Freude am Schwimmtraining, war bei der DATRON electronic, der Firma meines Mannes, tätig und hatte mich zu allem Überfluss auch noch beim Skifahren so sehr verletzt, dass ich für lange Zeit nicht mehr Geige spielen konnte.
Außerdem hatte sich mein Interesse an der Kunst, tabu während des Musikstudiums, nach dessen Beendigung, explosionsartig entwickelt.

Fitness

Wie hältst du dich heute fit?
Ich mache regelmäßig ziemlich anstrengendes Yoga. Genauer gesagt Iyengar-Yoga. Einmal in der Woche gehe ich zum Unterricht, an den übrigen Wochentagen übe ich daheim. Der Unterricht ist mir immens wichtig, da sich sehr schnell Fehler einschleichen können, die dann das Gesamtbild negativ beeinflussen. Die Yoga-Übungen fordern mich sehr, nicht nur körperlich, sondern auch vom Kopf her.
Ich gehe aber auch immer noch sehr gerne schwimmen und jeden Tag lange spazieren.

Wappen der Stadt Darmstadt (Quelle: Stadtarchiv)

Ein paar Fragen zu Darmstadt

Du wohnst heute noch ganz in der Nähe von Darmstadt. Zu welchen Anlässen fährst du in die Stadt?
Zu Konzerten und zu Theaterbesuchen. Außerdem war ich vier Jahre lang im Darmstädter Vorstand des Bundesverbands Bildender Künstler tätig. Die Vorstandstätigkeit übe ich heute aber nicht mehr aus. 

Was gefällt dir besonders gut an Darmstadt?
Ich liebe den Woog, unser früheres Trainingsumfeld in den Sommermonaten, das Oberfeld und überhaupt die Umgebung einschließlich Odenwald. In Darmstadt lässt sich wunderbar leben, es ist nicht spektakulär, aber angenehm.

Was gefällt dir gar nicht an Darmstadt?
Dass es die Verantwortlichen bis heute nicht geschafft haben, Umgehungsstraßen zu bauen. Der gesamte Verkehr aus dem Odenwald wird durch die Stadt geleitet. In Deutschlands Städten ist so etwas inzwischen selten geworden.

Welcher Name, der mit Darmstadt in Verbindung steht, fällt dir spontan ein?
Mein Schwimmerkollege „Little“ Klein, die Schwimmerin Ingrid Reinhardt, ehemals Künzel, der frühere Darmstädter Oberbürgermeister Dr. Engel und mein damaliger Chef bei der Stadt Darmstadt, Dr. Borsdorf, der später dann Vorstandsvorsitzender der Hessischen Elektrizitäts AG wurde.
Mein Yogalehrer Ernst Adams und natürlich noch viele weitere Namen aus der Schwimm-, Kunst- und Yogaszene, die ich aber nicht einzeln benennen möchte. Ich könnte ja jemanden vergessen ...