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Eine wahrhaft olympische Veranstaltung mit Teilnehmern aus mehreren Nationen

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Von unehrlichem Spiel, Charity-Turnieren und einem Hole-in-One

Vor dem Abschlag ...
... und nach dem Abschlag

Im Internet sind Sie auf verschiedenen Seiten als Teilnehmer an Charity-Golfturnieren gelistet.
Charity-Organisationen und Stiftungen laden regelmäßig zu Golfturnieren ein. Ich versuche immer, das eine oder andere Turnier mitzuspielen. Da spielt man für einen guten Zweck, macht auf Kinderprojekte, wie zum Beispiel Organspende und Ähnliches aufmerksam.
1992 haben meine Frau und ich gemeinsam mit dem Golfspielen begonnen. Golf ist sehr zeitaufwändig, für eine Runde außerhalb des Wohnorts ist man fast den ganzen Tag unterwegs. Golf macht daher aus meiner Sicht nur Sinn, wenn beide Partner spielen, ansonsten ist der golfspielende Partner immer für halbe oder fast ganze Tage für seinen Sport abwesend.
Wir sind Mitglied im Golfclub in Traisa, außerdem habe ich eine Zweitmitgliedschaft in Bad Griesbach.

Man sagt, es werde nirgendwo so viel gelogen wie auf dem Golfplatz. Stimmt das?
Ja, das stimmt, das sieht man sehr oft und immer wieder. Ich verstehe nicht, dass jemand sein Ergebnis durch Betrug verbessern muss. Auch bei guten Bekannten habe ich das schon erlebt. Wenn ich in einem solchen Fall der Zähler bin, unterschreibe ich nach der Runde die Scorecard nicht. Diese Freiheit nehme ich mir.
Mein allererster Golflehrer empfahl mir, beim Golfspielen die Ruhe zu finden und die schlechten Schläge zu vergessen. Man solle also die schlechten Schläge vor der nächsten Bahn aus der Erinnerung löschen. Das heißt aber nicht, dass diese schlechten Schläge auf einer Spielrunde nicht gezählt werden. Beim Par-3-Loch ist das Ergebnis fast immer problemlos nachvollziehbar, bei einem langen Par 5 wird das aber manchmal unübersichtlich, vor allem wenn man zu viert auf dem Platz unterwegs ist, kann das schon schwieriger werden.

Bei den Charity-Turnieren, an denen Sie teilnehmen, wird aber vermutlich ehrlich gespielt.
Da muss man leider feststellen, dass etliche Prominente auf diesen Turnieren unfair spielen.

Am Ende zählt aber doch der Betrag, der für den jeweiligen „Guten Zweck“ zusammenkommt.
Da könnte meist mehr zusammen kommen. Oft wird bei mehr als einhundert Teilnehmern der begünstigten Organisation am Ende ein Scheck über 2000 Euro überreicht; größere Einzelspenden sind eher selten. In den USA spielt man Charity-Turniere, da kommen manchmal Millionbeträge zusammen. Da spenden die Prominenten mit Freude 500 oder 1000 Dollar. Die Deutschen Promis sind in dieser Beziehung schwäbischer als die Schwaben. Manche lassen sich sogar ein Antrittsgeld zahlen.

Bekommen Sie ein Antrittsgeld?
Nein, aber als Eingeladener hat man bei einem solchen Turnier in der Regel keine Unkosten. Übernachtung, Essen, Greenfee: Es braucht nichts bezahlt zu werden. Normalerweise übernehmen Sponsoren die anfallenden Kosten. Viele der Prominenten reisen dann auch mit Partner an. Insgesamt fallen bei einem großen Charity-Turnier schon mal Kosten in Höhe von 20 – 25.000 Euro an.

Sollte der Sponsor dann nicht eher den Gesamtbetrag gleich an die Organisation spenden?
Eigentlich schon. Oder die Teilnehmer müssten mindestens den Gegenwert der erhaltenen Vergünstigungen dem guten Zweck zur Verfügung stellen. Ich mache es oft so, dass ich für den Gegenwert der mir zur Verfügung gestellten Leistungen Tombola-Lose kaufe, weil ich weiß, dass diese Einnahmen direkt an die Wohltätigkeitsorganisation gehen. Zu gewinnen gibt es ja meist nicht so wirklich wertvolle Dinge.
Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass es auch immer mal wieder spendable Menschen gibt.

Haben Sie jemals ein Hole-in-One geschafft, also den Golfball mit dem ersten Schlag eingelocht?
Vor vielen Jahren eines bei einem Einladungsturnier. Mir gelang ein glücklicher Schlag und der Ball verschwand nach dem Abschlag tatsächlich direkt im Loch. An diesem Par-3-Loch war für ein Hole-in-One eine Uhr der Marke Ebel ausgelobt. Diese Uhr durfte ich aber nicht annehmen, da ich Amateur war und der Wert der Uhr beträchtlich über dem Wert-Limit lag, das damals für Amateure festgeschrieben war. Nach vielem Hin und Her habe ich mich dann mit dem Veranstalter darauf geeinigt, dass die Uhr amerikanisch versteigert wird. Als Hole-in-One-Spieler muss ich ja für alle Mitspieler des Turniers Champagner ausgeben, bei 120 Teilnehmern kommt da schon eine schöne Summe zusammen. Der Gewinner der Versteigerung hat die Uhr für 5000 DM bekommen und hat dabei ein richtiges Schnäppchen gemacht. Von dem Geld haben wir die große Champagner-Runde finanziert und den Rest, immerhin weit mehr als 3000 DM, für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung gestellt.

Gibt es ein Golf-Vorbild?
Nein. Ich mag Phil Mickelson, weil er auf dem Platz ein Gentleman ist, sich vorbildlich bewegt und benimmt. Das Spiel und das Verhalten von Jordan Spieth gefallen mir  sehr gut, obwohl der Amerikaner noch relativ jung ist.
Ich bewundere meinen früheren Leichtathletik-Trainer Uli Jonath. Der hat sich als Golf-Anfänger im fortgeschrittenen Alter allein durchs Zusehen die richtige Technik angeeignet und hat sich mit 75 Jahren noch auf ein 12er Handicap heruntergespielt. Das habe ich nie erreicht. Jetzt ist er 90 Jahre alt und jammert, weil sein Handicap auf 17 oder 18 steht.
Durch Zusehen und Nachahmen kann man sich auf jeden Fall verbessern, vor allem, wenn man biomechanisch vorbelastet ist. Die Super-Zeitlupen im TV ermöglichen es mir, den Bewegungsablauf detailliert nachzuvollziehen.

Bei welchem Handicap stehen Sie?
Mein Handycap liegt zur Zeit bei 21 Komma irgendwas. Ich denke aber, dass ich besser spiele als mein Handycap es aussagt. 

Und Ihre Frau?
Meine Frau steht bei Handicap 19. Das ist für mich aber kein Problem

Das Gespräch mit Gerhard Hennige wurde am 25. Januar 2017 geführt; Gesprächspartner: Rainer Paepcke
Dokumente und Fotos stammen aus dem Archiv der Familie Hennige.
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