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Kiffe, Christina

 

Persönliche Daten

Geboren: 02.05.1992
Geburtsort: Darmstadt
Wohnort: Roßdorf-Gundernhausen
Schule: Abitur an der Lichtenbergschule Darmstadt (2011)
Studium: Studium der Rechtswissenschaft an der Goethe Universität, Frankfurt / Main (seit Oktober 2011)
Berufswunsch: Rechtsanwältin
Hobbies: Lesen, zeichnen, Musik hören, Hund Eddie
Vorbild: Wladimir Klitschko
Sportart: Leichtathletik / Siebenkampf
Verein: ASC Darmstadt

Erfolge

6. Platz Junioren-Weltrangliste im Siebenkampf (2011)
5. Platz Junioren-Europameisterschaft in Tallinn / Estland (2011)
Deutsche Jugendmeisterin im Siebenkampf (2011)
Deutsche Jugendmeisterin im Fünfkampf / Halle (2011)
Deutsche Hochschulmeisterin Staffel (2015)
Süddeutsche Meisterin Speerwurf (2014)
Diverse Landesmeistertitel

>>> Die Disziplinen im Siebenkampf

>>> Persönliche Bestleistungen

 

Welches Buch lesen Sie gerade?
True Crime, ein Roman von Sam Millar, das passt zu meinem Studium. Da geht es um den fünftgrößten Raubüberfall in der amerikanischen Geschichte. Ich bin noch nicht weit gekommen, ich kann Ihnen aber sagen wie es ausgeht, da die Story an einem tatsächlichen Fall ausgerichtet ist.

Was zeichnen Sie?
Ich male und zeichne zum Entspannen oder zum Abschalten zwischendurch, arbeite viel mit Acrylfarben auf Leinwand. Ich würde das Ganze gern forcieren, habe dazu im Moment aber tatsächlich wenig Zeit.

Als Vorbild geben Sie Wladimir Klitschko an. Was macht ihn so besonders?
Ich habe ihn vor ein paar Jahren persönlich und als Vortragenden kennenlernen dürfen und finde es bewundernswert, wie er seine duale Karriere, also die Verbindung von Sport und Studium, gemeistert hat. Beide Klitschko-Brüder haben auf diese Weise Vorsorge für ihr Leben nach dem Sport getroffen, genau in meinem Sinne, denn auch ich bin eine Verfechterin der dualen Karriere. Sicher haben die Beiden durch ihren Sport bereits ausgesorgt, aber im Gegensatz zum Boxen ist in der Leichtathletik nur wenig zu verdienen, und da möchte ich mich auf keinen Fall darauf verlassen nach der Aktivenzeit irgendwo im Sport unterzukommen. Es gibt auch ein Leben nach dem Sport.

Nach den positiven Aussagen zu den Boxweltmeistern ist zu erwarten, dass es sich bei Ihrem Hund um einen Boxer handelt.
Nein, das ist ein kleinerer Hund, etwa von der Größe eines Border Collie, um die 18 Kilo schwer.

 

Karrierehoch und Verletzungstief

2011 war Ihr bisher erfolgreichstes Jahr mit Platz 5 bei der Junioren-Europameisterschaft und dem 6. Platz der Junioren-Weltrangliste im Siebenkampf.
Genau.

Anfang 2012 sind Sie noch mit einem Wettkampf gelistet. Danach tauchen Sie in den Ergebnislisten zunächst nicht mehr auf.
Ich hatte Beschwerden, die zu einer OP im Februar 2013 führten. Die Saison 2013 war damit gelaufen.

 

Wo lagen die Probleme?
Im Frühjahr 2012 wurde ein Haarriss im Schienbein festgestellt, der letztlich im Februar 2013 eine Operation nötig machte. Damit war klar, dass in diesem Jahr sportlich gesehen nichts mehr zu erwarten war.

 

Mit der OP waren dann alle Probleme beseitigt?
Leider nicht. Auf den Röntgenbildern sah zwar alles sehr gut aus, als ich dann aber wieder ins Training eingestiegen bin, musste ich feststellen, dass die Schmerzen nach einigen Wochen wieder da waren. Es gab zwar immer wieder schmerzfreie Phasen, aber ein kontinuierliches Training war bis Mitte 2016 nicht möglich. Seitdem bin ich aber schmerzfrei. Die MRTs und Röntgenbilder sehen gut aus und die ärztlichen Prognosen sind durchweg optimistisch; eine positive Entwicklung gegenüber den vergangenen Jahren.

Ich bin mittlerweile ins Wintertraining eingestiegen und freue mich auf die nächste Saison.

 

Im Mai 2016 haben sie einen Siebenkampf absolviert. Wie war das Ergebnis?

Ich war froh, nach langer Wettkampfpause überhaupt einen Siebenkampf durchführen zu können. Der Wettkampf hat darunter gelitten, dass ich aufgrund meiner Verletzung das Sprungbein gewechselt hatte. Im Weitsprung hat das recht gut geklappt, aber im Hochsprung waren die Ergebnisse sehr wechselhaft. Die Punktzahl im Siebenkampf war dann auch nicht besonders gut.

 

Sie sind endlich beschwerdefrei. Wechseln Sie das Sprungbein jetzt wieder?

Im Weitsprung nicht, da waren wir mit den Ergebnissen zufrieden. Im Hochsprung stelle ich auf jeden Fall wieder um. Der Hochsprung ist meine Paradedisziplin. Ich glaube, dass ich meine Bestleistungen im Hochsprung mit dem „alten“ Sprungbein erreichen kann. Außerdem ist es sicherlich auch nicht falsch, die Absprungbelastung in Hoch- und Weitsprung zu verteilen.

 

In den Wurfdisziplinen haben Sie in diesem Jahr persönliche Bestleistungen aufgestellt. Haben Sie dafür die Trainingsleistung erhöht?

Nein. Kugelstoßen und Speerwurf waren die Disziplinen, die ich in der Vergangenheit weitestgehend schmerzfrei ausüben konnte. Einen besonders hohen Trainingsaufwand muss ich in diesen Disziplinen nicht erbringen. Die Ergebnisse sind an den Topleistungen im Siebenkampf gemessen auch international gesehen absolut im Spitzenbereich. Sie geben mir auch die Zuversicht, dass ich die Leistungen in den anderen Disziplinen entsprechend steigern kann, wenn ich zukünftig verletzungsfrei bleibe.

 

Gehören die Jahre der Ungewissheit, des Zweifelns jetzt der Vergangenheit an?

Mit Verletzungen muss man im Hochleistungssport immer rechnen, keine Athletin, kein Athlet bleibt davon dauerhaft verschont. Als sich die Verletzung erstmals bemerkbar machte, habe ich das auch zunächst als „normal“ hingenommen. Die Zweifel stellten sich dann aber nach einigen Monaten ein, als keine Besserung eintrat. Mit einer unzutreffenden Diagnose, dem Haarriss eben, hatte ich absolut nicht gerechnet.

 

Haben Sie in dieser Zeit überlegt mit dem Leistungssport aufzuhören?

In der ersten Zeit nicht, aber 2014 waren diese Gedanken schon manchmal da. Vor allem nachdem ich die Frankfurter Trainingsgruppe verlassen hatte und wieder von meinem Vater betreut wurde. Als sich die Verletzung auch bei einem sehr behutsamen Aufbautraining unter der Regie meines Vaters wieder einstellte, kamen immer mal wieder Fragen nach der Sinnhaftigkeit auf. Bei den Rückschlägen in 2015 hat mich dann die Rollstuhlbasketballerin Anne Brießmann wieder aufgebaut. Im gemeinsamen Training mit ihr habe ich immer wieder den Mut gefasst, die nächsten Schritte durchzuführen. Nach der erfolgreich durchgeführten Operation in diesem Jahr sehe ich die Zukunft durchaus positiv.

 

Blicken Sie jetzt euphorisch oder verhalten optimistisch in Ihre sportliche Zukunft?

Vorsichtig euphorisch, wenn diese Zusammensetzung überhaupt Sinn macht. Ich habe zur Zeit das Gefühl, dass meine Leistungsfähigkeit kontinuierlich steigt. Ich habe keine Probleme mit dem Knochen und hoffe, dass dieser Zustand andauert und ich sich bald eine hundertprozentige Belastbarkeit einstellt.

 

Als Ziel für 2016 hatten Sie 6000 Punkte im Siebenkampf angegeben. Welches Ziel setzen Sie sich für 2017?
Das Ziel übernehme ich unverändert in das Jahr 2017. Sollte ich unter 6000 Punkten liegen, aber das Gefühl haben, mich in naher Zukunft auf 6000 Punkte steigern zu können, wäre ich mit dem Ergebnis auch zufrieden.

 

Förderung – es muss nicht immer Bares sein ...

 

Wie werden Sie bei Ihren sportlichen Aktivitäten gefördert?

Ich werde heute noch von der Stiftung Sporthilfe Hessen unterstützt. Durch die Deutsche Sporthilfe bin ich lange und intensiv gefördert worden, hatte zum Beispiel mehrere Jahre lang ein durch die Deutsche Sporthilfe vermitteltes Stipendium von der Deutschen Bank. Heute nehme ich im Rahmen der Initiative „Sprungbrett Zukunft“ an einem Mentor-Mentee-Programm teil. Durch das Programm soll die Duale Karriere gefördert werden. Mein Mentor in diesem Programm ist Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing AG. Ich habe in der Firma seit zwei Jahren einen Werkstudenten-Vertrag und in dieser Zeit Einblicke in die verschiedenen Bereich des Unternehmens erhalten. Auch eine Förderung deren Nutzen sich nicht vordergründig in Euro beziffern lässt ist sehr wertvoll. Ich bin jedenfalls sehr dankbar dafür.

 

Bezüglich finanzieller Förderung haben Sie 2013 Kontakt zu einem Crowdfunding-Projekt aufgenommen.

Ich habe damals einige Male für eine Sportmodel-Agentur gearbeitet und einige Aufträge für Fotoshootings erhalten. In der Agentur wurde dann auch die Idee geboren, ein Crowdfunding Projekt für Sportlerinnen und Sportler zu starten. Gern habe ich bei dem Projekt, das unter dem Namen „aurango“ gestartet wurde, mitgemacht. Ich wollte sehen, ob so etwas in Deutschland Erfolg haben könnte.

 

Crowdfunding ist sonst eher in einem anderen Umfeld angesiedelt.

Ja, Crowdfunding kommt ursprünglich aus den USA und ist im Bereich Firmengründung und Start-up-Unternehmen üblich. In dem Umfeld können sich für die Geldgeber handfeste Vorteile ergeben, weil man durch seine Zahlung Firmenanteile erwerben kann und so langfristig handfeste Gewinne möglich sind. Im Umfeld des Sports kann man als Gegenleistung nur Autogrammstunden oder die Teilnahme an einer Trainingseinheit anbieten. Aus diesem Grund war ich auch von Anfang an relativ skeptisch.

 

Um welche Summen ging es dabei?

Ich hatte als Zielvorgabe eine Summe von 6000 Euro – passend zu meinem Siebenkampf-Ziel - festgelegt. Nur ein Teil dieser Summe kam zusammen. Damit war das Ziel der Aktion nicht erreicht und alle Beträge wurden an die Einzahler zurückgezahlt. Die Plattform gibt es mittlerweile nicht mehr. Für mich war es aber eine wertvolle Erfahrung.

 

Wie sieht es mit anderen Sponsoren aus?

In der Leichtathletik ist man sehr stark auf Good-will angewiesen. Jegliche Unterstützungsleistung von außerhalb sollte man als Spende bezeichnen, da die Gegenleistung von unserer Seite aus eher gering ist. Fußball ist werbewirksamer.

 

Werden Sie von Unternehmen aus Darmstadt unterstützt?

Durch meinen Verein, den ASC Darmstadt, wurden einige Kontakte geknüpft. Die Firma Merck hat mich auf diesem Weg mit wirklich gutem Material für das Speerwerfen unterstützt. Meine guten Speerwurfleistungen sind zum Teil auch darauf zurück zu führen.

 

Gibt es weitere Unterstützer?

Unbedingt erwähnen muss ich den ASC Darmstadt, dem ich nach wie vor für seine vielfältige Unterstützung dankbar bin. Auch der Hessische Leichtathletik Verband ist mir zum Beispiel bei der Möglichkeit einer Hallennutzung behilflich. Glücklicherweise habe ich auch noch einen Privatsponsor aus Wiesbaden und Peter Jochems, einen Marketing-Berater von proviso aus Starnberg, der sich im sportlichen Bereich engagiert.

Alles in allem werde ich immer noch sehr stark unterstützt. Ich hätte es aber auch verstanden, wenn die Unterstützungsleistungen nach einer derart langen Verletzungszeit reduziert oder eingestellt worden wären.

 

 

Copyright: Arthur Schönbein

 

Olympia – aus der Distanz gesehen 

 

Wie haben Sie den Siebenkampf bei den Olympischen Spielen in Rio verfolgt?

Gar nicht. Ich habe die Spiele im TV komplett ignoriert.

 

Warum?

Es tut einfach weh, wenn man jahrelang mit Athleten zusammen trainiert, diese an einem großen Wettkampf teilnehmen und man selbst nach einer derart blöd gelaufenen Geschichte zu Hause sitzt. Ich habe mir die Ergebnisse im Internet angesehen und habe mich für viele Athletinnen und Athleten gefreut, aber direkt anschauen konnte ich mir das nicht.

 

Bei den Spielen in Tokio 2020 sind Sie 28 Jahre alt, also im besten Alter für Mehrkämpferinnen.

Ja, das ist richtig.

 

Wir gehen mal davon aus, dass Sie weiterhin schmerzfrei bleiben. Wie sieht Ihre sportliche Zukunftsplanung aus?

Ein super Einstieg wäre die Universiade, also die Studentenweltmeisterschaft in Taipeh 2017. Bei ansprechenden Ergebnissenen werde ich auch die Teilnahme am Länderkampf gegen die USA anstreben. Ein Traum wäre dann die Teilnahme an der Heim-EM 2018 in Berlin.

 

Training – die Infrastruktur ist verbesserungswürdig

 

Wie muss man sich das Training einer Siebenkämpferin vorstellen?

Wir trainieren in Perioden. Zur Zeit läuft das Wintertraining, wo eher weniger Techniktraining auf dem Programm steht, sondern hauptsächlich Grundlagentraining stattfindet, also allgemeine Kraft, spezielle Kraft an Langhanteln und Ausdauer. Je näher die Wettkämpfe rücken, desto mehr werden technische Abläufe und Details trainiert.

Die Sprungbeinumstellung beim Weitsprung war natürlich mit großem Aufwand verbunden und entsprechend zeitintensiv. In die Wurfdisziplinen muss ich nicht viel investieren, dort bin ich nach wenigen Einheiten meist auf einem guten Leistungsstand. Dementsprechend werden die Sprünge und das Laufen im Vordergrund stehen.

 

Meine nächste Frage haben Sie schon mehr oder weniger beantwortet, aber ich stelle sie trotzdem: Arbeiten Sie eher daran Stärken auszubauen oder Schwächen auszumerzen?

Unter meiner Verletzung haben Sprung und Lauf gelitten, daher will ich hier zunächst einmal Verbesserunegn erzielen. Wenn die Gesundheit über einen längeren Zeitraum stabil ist, schaue ich eher darauf, in welcher Disziplin ich mit dem geingeren Aufwand punktemäßig die größte Verbesserung erreichen kann.

 

Sie werden von Ihrem Vater trainiert. Ist das nur gut oder auch manchmal nicht ganz so einfach?

Das ist weder Vorteil noch Nachteil. Unterschiedliche Meinungen gibt es in unserem Verhältnis immer wieder, aber das war auch bei jedem anderen Trainer so. Die Zusammenarbeit mit meinem Vater war ja auch zu meiner besten Zeit gegeben, so ganz falsch kann es demnach ja nicht sein. Ich habe schon immer ein ganz individuelles Training gebraucht, und es kennt mich niemand so gut wie mein Vater, was in der Zusammmenarbeit ganz sicher ein Vorteil ist.

 

Ist die Infrastruktur für Ihr Training ausreichend?

Es könnte immer besser sein. Zum Beispiel wurde die BSZ-Halle in Darmstadt im vergangenen Jahr zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, aber seit deren Auszug wurde die notwendige Renovierung immer noch nicht durchgeführt. Weitsprung ist dort überhaupt nicht möglich und eine Ausweichmöglichkeit besteht für viele Athleten nicht. Die nächsten akzeptablen Leichtathletikhallen sind in Kalbach, in Hanau und in Mannheim und die Fahrtzeiten dorthin summieren sich im Laufe der Zeit doch erheblich. Außerdem sind einige der Hallen mittlerweile in die Jahre gekommen und Alternativen sind nicht in Sicht. An anderen Stützpunkten wie in München oder Erfurt sind die Bedingungen weitaus besser.

 

Siebenkampf - Zwei Tage im Stadion

 

Gehen wir einmal gemeinsam ins Stadion. Haben Sie Lampenfieber?

Ja natürlich, das muss sein, sonst bin ich nicht leistungsfähig.

 

Wie gehen Sie damit um?

Ich glaube, jeder hat so seine kleinen Rituale. Ich gehe vor dem Siebenkampf meist ein wenig spazieren, am liebsten in Begleitung. Ich rede dann gern über Gott und die Welt, aber nicht über den Sport. Unmittelbar vor dem Wettkampf gibt es dann feste Abläufe. Jeder hat da seine besondere Art wie er sich einläuft, welche Musik er hört. In dem Moment, wo ich im Startblock bin, an der Startlinie oder im Ring stehe, ist das Lampenfieber verschwunden.

 

Gibt es zwischen den einzelnen Disziplinen Gespräche mit den anderen Siebenkämpferinnen?

In vielen Einzeldisziplinen ist das nicht der Fall, im Siebenkampf gibt es das durchaus. Wenn man zwei Tage aufeinander hockt, während der Wettkämpfe und auch in den Pausen, kommt es schon immer mal wieder zu Gesprächen.

 

Reden Sie dann auch über den Sport?

Das ist unterschiedlich.

 

Nach den beiden Wettkampftagen geht es dann gemeinsam auf die Ehrenrunde. Ein reales Gemeinschaftsgefühl oder einfach nur Erleichterung, dass es vorbei ist?

Das ist eine Mischung aus allem. Alle haben ja zwei Tage lang ihr Bestes gegeben, da entsteht schon so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl. Außerdem freut man sich immer, wenn man ohne größere Probleme und Verletzungen durch den Wettkampf gekommen ist. Die gemeinsame Ehrenrunde ist immer wieder etwas Besonderes, leider gibt es sie nur bei größeren Meetings. Ich hoffe, dass ich bald auch wieder mit anderen Siebenkämpferinnen zusammen nach einem großen Wettkampf auf eine Ehrenrunde gehen kann.

 

Davon gehen wir alle ganz fest aus!

 

 

Doping und Anti-Doping-Gesetz

 

Zu den Olympischen Werten gehörte der Kampf gegen das Doping. Was muss getan werden, damit auf diesem Gebiet Chancengleichheit herrscht?

Ich halte den Kampf gegen Doping für absolut essentiell und unterstütze ihn uneingeschränkt. Grundsätzlich ist das Ganze aber ein schwieriges Thema. Es wäre schön, wenn weltweit nach gleichen Maßstäben getestet würde.
Als Jurastudentin muss ich allerdings anmerken, dass ich dem deutschen Anti-Doping-Gesetz, das Ende 2015 in Kraft getreten ist, kritisch gegenüber stehe. Als Sportler kann man schon immer mal wieder in eine Notfallsituation kommen, wo man nicht in der Lage ist zuerst zu prüfen, ob alle Bestandteile eines verabreichten Mittels den Vorgaben entsprechen. Ein nicht kalkulierbares Gefahrenpotenzial für jeden Sportler liegt zudem in der Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln, da deren Zusammensetzung nicht immer zutreffend beschrieben ist. In vielen Fällen hat man als Sportler oft nur einen begrenzten Einfluss und ich weiß nicht, ob es wirklich richtig ist, hier mit solch erheblichen rechtlichen Konsequenzen zu drohen.

 

Darmstadt ist Heimat

 

Was fällt Ihnen zu Darmstadt ein?

Ich bin in Darmstadt geboren und zur Schule gegangen. Meine Eltern haben ihr Unternehmen in Darmstadt und ich bin seit zehn Jahren in einem Darmstädter Verein aktiv. Darmstadt ist für mich Heimat.

 

Wunsch

 

Wenn die oft zitierte Fee Ihnen einen Wunsch erfüllen würde, welchen Wunsch hätten Sie?

Ich würde mir wünschen, dass die leidige Geschichte mit meiner Verletzung tatsächlich beendet ist und ich ab sofort Vollgas geben kann.

 

 

(Das Gespräch wurde am 7. November 2016 in Bensheim geführt.)

 

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