Bundesweite Termine

22.08.2019
Rhein-Main

Deutsche Olympische Gesellschaft schlägt auf - DOG als Schirmherr des 31. Rhein-Main-Business-Cup

12.08.2019
Berlin

Ex-Radprofi Czarnowski fährt mit Schülern bis nach Berlin

12.08.2019
Paderborn

Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) fördert Bewegungskindergärten

24.07.2019
Jugend trainiert für Olympia

Ewald Walker verabschiedet sich von »Jugend trainiert für Olympia«

11.07.2019
Bundes-Delegiertenversammlung

Einladung zur V. Delegiertenversammlung

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Lothar Krieg: Schule, Studium, Beruf und Hobbies

Schulzeit

Welchen Kindergarten, welche Grundschule haben Sie besucht?
In beiden Fällen ist das die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt. Der Schule war ein Kindergarten angeschlossen.
Im ersten Schulzeugnis stand die Bemerkung: „Lothar ist noch sehr wild und muss lernen sich einzuordnen.“ In diesen Jahren habe ich mich oft mit meinen Mitschülern geprügelt. Und wenn jemand stärker war als ich, bin ich notfalls schnell davongerannt. Ich war schon damals bedeutend schneller als die meisten Gleichaltrigen.

Auf dem Balkon; Heinrichstraße 108

Wie ging es nach der Grundschule weiter?
Ich habe das Ludwig-Georg-Gymnasium in Darmstadt besucht. Meine Eltern waren Doktoren und haben mir den altsprachlichen Zweig nahegelegt. Latein ist mir relativ leicht gefallen, aber mit Griechisch konnte ich mich nicht anfreunden.

In welchem Umfeld waren Ihre Eltern tätig?
Meine Mutter war Ärztin und mein Vater Bakteriologe. Er hat sich mit biologischer Schädlingsbekämpfung beschäftigt.

Wie war das Abitur?
Es war kein Prachtabitur, aber die Noten waren ausreichend, um das angestrebte Studium aufnehmen zu können. Mein Abitur habe ich 1974 gemacht. Dann ging es erst einmal zur Bundeswehr. Nach der Grundausbildung gehörte ich der Sportfördergruppe in Mainz an.

Gibt es noch Bekanntschaften oder Freundschaften aus der frühen Schulzeit?
Auf jeden Fall meine Klassenkameradin Andrea Vogel, die spätere Ehefrau des leider verstorbenen Lutz Philipp. Wir hatten uns nach der Schulzeit zunächst aus den Augen verloren, uns dann aber viele Jahre später auf dem Heinerfest wieder getroffen. Meine Frau und Lutz Philipp kannten sich ebenfalls durch eine gemeinsame Betätigung im Kirchenchor. Und beide Frauen kannten sich zudem durch gemeinsame Aktiväten in der Jumelage, einem Verein, der Internationale Partnerschaften vor allem für Bedienstete der früheren Postunternehmen pflegt.
Ansonsten bestehen keine Kontakte zu ehemaligen Mitschülern, auch aus meiner Zeit am Darmstädter Ludwig-Georg-Gymnasium nicht.

Studium

Was haben Sie studiert?
Der Studiengang musste auf jeden Fall mit Sport zu tun haben. Im Endeffekt habe ich Sport und Geschichte auf Lehramt in Darmstadt studiert. Damals war es noch die Technische Hochschule, heute ist es die Technische Universität. Geschichte war für mich zunächst nur eine Ergänzung, aber ich habe mich im Laufe der Jahre immer mehr mit geschichtlichen Themen beschäftigt. Der Zweite Weltkrieg gehörte zu meinen Schwerpunktthemen im Studium, und ich bin auch heute noch sehr stark an geschichtlichen Hintergründen und Zusammenhängen zu diesem Themenbereich interessiert.

Im Gespräch mit Trainer Gerhard Hennige

In welchem Zeitraum haben Sie studiert?
Mit dem Studium habe ich im Wintersemester 1975/76 begonnen. Zu meinen Dozenten an der Hochschule zählte auch Gerhard Hennige, der bereits seit 1974 mein Trainer war. Gleich nach Aufnahme des Studiums habe ich ein Urlaubssemester eingeschoben, um mich auf die Olympischen Sommerspiele 1976 in Montreal vorbereiten zu können. Mein Studium habe ich dann 1984 abgeschlossen.

Über welches Thema haben Sie Ihre Diplomarbeit geschrieben?
Der Titel der Arbeit lautete „Leistungsperspektive eines 400-m-Umsteigers auf den 800-m-Lauf“.

Welches Fazit haben Sie in dieser Arbeit gezogen?
Unter uns 400-m-Läufern kursierte ja der Spruch „Start und Ziel ist OK, aber es reicht, wenn man hier jeweils nur einmal vorbeikommt.“. Im Grunde habe ich in der Arbeit das Fazit gezogen, dass nur ein großes Trainingspensum den Umstieg zu einem Erfolg werden lässt. In der Praxis haben nur wenige Sportler den Umstieg auf die 800 Meter mit einem positiven Ergebnis vollzogen. Der Umstieg von 200 auf 400 Meter scheint einfacher zu sein; für diesen Umstieg gibt es zahlreiche positive Beispiele. Ich selbst bin erst am Ende meiner Karriere mehrfach über 800 Meter an den Start gegangen, zu einer Zeit also, als meine Leistungen auf der Stadionrunde nicht mehr ganz so gut waren. Über die 800 Meter hat es zu einer Hessischen Vizemeisterschaft gereicht.

Wie ist Ihre Diplomarbeit benotet worden?
Für meine Diplomarbeit habe ich eine 3+ bekommen.

Nach dem Studium folgt normalerweise ein Referendariat.
Das Referendariat habe ich an der Lichtenbergschule in Darmstadt absolviert. In diesen Jahren herrschte die sogenannte Lehrerschwemme, und kaum ein Referendar bekam die Möglichkeit in den Lehrerberuf einzusteigen. Mit Mathe und Physik konnte man noch auf eine feste Anstellung hoffen, aber mit meiner Fächerkombination Sport und Geschichte war ich letztendlich chancenlos. Soweit ich mich erinnere, hat von meinen Jahrgangskollegen niemand eine Lehramtsstelle zugeteilt bekommen. Viele von ihnen sind als Pharmareferent ins Berufsleben eingestiegen.

Wie enttäuscht waren Sie in dieser Situation?
Am Anfang sehr, aber das hat sich doch relativ schnell gelegt. Und wenn ich mir heute anschaue, welch schweren Stand die Lehrkräfte an vielen Schulen haben, bin ich doch sehr damit zufrieden, welchen Weg mein Leben genommen hat. Zu viele Schüler lassen doch die Disziplin und den Respekt gegenüber den Lehrkräften vermissen. Heute habe ich mit Erwachsenen zu tun, und das macht mir richtig viel Spaß. Wer heute zu mir kommt, macht das freiwillig und bringt eine gewisse Motivation mit. In der Schule muss man häufig viel Zeit darauf verwenden, Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen zu motivieren.

Beruf

Was folgte auf das Referendariat?
Ich habe übergangsweise als Bademeister gearbeitet.

Fraport: Lothar Krieg am Arbeitsplatz

Und dann?
Arnulf Rücker, Laufbahnberater beim Olympiastützpunkt in Frankfurt, hatte mich auf eine offene Stelle bei der Fraport aufmerksam gemacht und anschließend die entsprechenden Verbindungen zu dem Unternehmen geknüpft. Am Flughafen wurde gerade eine neue Sporthalle gebaut, und es bestand Bedarf nach einem zweiten Sportlehrer. In dieser Situation habe ich vom Sport profitiert.

Wann sind Sie bei Fraport eingestiegen?
Die Tätigkeit als Sportlehrer und Sporttherapeut bei Fraport habe ich im März 1990 aufgenommen. Mein Kollege war übrigens viele Jahre lang Walter Pullmann, ein Mannschaftskollege vom ASC Darmstadt.

Welche Angebote gab es, und was war die Zielgruppe?
Es wurde Schulsport für die Auszubildenden am Flughafen angeboten, außerdem normaler Fitness- und Freizeitsport für alle Beschäftigten. Im Laufe der Zeit haben wir uns dann immer mehr auf Rückenschulung konzentriert. Wichtig ist für uns ein durchgängig betreutes Training, in dem die Nutzer einen Ansprechpartner vor Ort haben und fehlerhaftes Verhalten an den Geräten möglichst vermieden wird.
Wir arbeiten eng mit unseren Ärzten zusammen und machen gemeinsame Arbeitsplatzbegehungen mit dem Ziel, bestmögliche ergonomische Verhältnisse für die Beschäftigten zu erzielen.

Sportlehrer und Sporttherapeut

Am Flughafen werden von den Beschäftigten täglich riesige Lasten bewegt. Gerade beim Umgang mit den Gepäckstücken wird der Rücken ja immens belastet.
Durch falsches Heben haben sich viele Menschen ihren Rücken ruiniert. Die Technik entlastet den Menschen aber mittlerweile auch. An einigen Verladestationen innerhalb des Flughafens sind versuchsweise mechanische Hebe- und Tragehilfen installiert worden. Hier werden die Koffer angesaugt, angehoben und mit Hilfe eines Schwenkarms bewegt. Diese Technik ist noch nicht perfekt, geht aber in die richtige Richtung.
Wir versuchen möglichst frühzeitig zu informieren, rückenfreundliches Verhalten zu trainieren und Fehlbelastungen von vorn herein zu vermeiden. Das betrifft nicht nur die Kollegen, die täglich mit schweren Lasten umgehen müssen, sondern auch die Kräfte aus dem administrativen Geschäft, die zu viel sitzen, sich nicht körperlich betätigen und eine schlechte Haltung entwickeln.

Was zahlen Fraport-Mitarbeiter für Ihre Leistungen?
Unsere Angebote sind für die Fraport-Mitarbeiter kostenfrei, allerdings müssen die Mitarbeiter in ihrer Freizeit trainieren. Jeder Ausfalltag ist für das Unternehmen mit Kosten verbunden, und jeder Ausfalltag, der durch die Inanspruchnahme unserer Dienstleistungen nicht anfällt, ist für Fraport etwas Positives. Mehrere Studien haben den Nutzen einer Investition in gesundheitsfördernde Maßnahmen klar nachgewiesen.

Ist das Wissen aus Ihrer Anfangszeit als Sportlehrer und Sporttherapeut heute noch aktuell?
Zum Teil ja, aber man muss sich ständig fortbilden, um aktuelle Erkenntnisse aufzugreifen und auf dem neuesten Stand der Trainingsmethodik zu bleiben.

Lothar Krieg mit Ehefrau Carola

Hobbies

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit?
Sehr gerne mit Pflanzen, vor allem mit Bonsais. Die meisten Exemplare habe ich selbst gezüchtet, das hat den Vorteil, dass ich das spätere Aussehen der Pflanze selbst bestimmen kann. Durch gezieltes Beschneiden, Biegen und Fixieren bringe ich die Pflanze in die gewünschte Form. Aber das ist nicht das einzige Hobby.

Erzählen Sie bitte weiter.
Musik ist für mich wichtig. Ich habe jahrelang Klavier gespielt und Schlagzeug-Unterricht genommen. Keyboard und Schlagzeug stehen bei mir daheim im Obergeschoss und werden immer mal wieder genutzt. Meine Frau spielt Klarinette und Saxofon, mein Bruder spielt Geige. Zumindest zur Weihnachtszeit wird dann gemeinsam das eine oder andere Lied eingeübt.

Welche Musikrichtung bevorzugen Sie?
Keine bestimmte. Klassik, Rock, Pop, Jazz, wir mögen die Vielfalt. Hauptsache das Stück gefällt. Ich hoffe, dass mir demnächst im Ruhestand mehr Zeit für die Musik bleibt. Und auch für das Reisen!

Also noch ein Hobby?
Ja, ich bin ja schon in jungen Jahren durch den Sport sehr viel herumgekommen. Und auch später habe ich zusammen mit meiner zweiten Frau viele gemeinsame Reisen unternommen. Wir besitzen heute einen VW-Bus, den wir regelmäßig zu längeren Urlauben und auch zu spontanen Kurzreisen am Wochenende nutzen. Außerdem fahren wir beide Motorrad, ich selbst schon seit mittlerweile 45 Jahren.
Mit meinem alten Freund und Staffelkollegen Martin Weppler war ich vielfach in Europa und in den nordafrikanischen Ländern mit dem Motorrad unterwegs. Der Höhepunkt war die Durchquerung der algerischen Sahara. Dort habe ich die absolute Einsamkeit und Schönheit der Wüste kennengelernt.

Sahara, 1993
Mit Ehefrau am Grand Canyon
In Hongkong mit Harald Schmid
Am Popocatepetl (Mexico)
Bogenschießen in Schweden