Bundesweite Termine

22.08.2019
Rhein-Main

Deutsche Olympische Gesellschaft schlägt auf - DOG als Schirmherr des 31. Rhein-Main-Business-Cup

12.08.2019
Berlin

Ex-Radprofi Czarnowski fährt mit Schülern bis nach Berlin

12.08.2019
Paderborn

Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) fördert Bewegungskindergärten

24.07.2019
Jugend trainiert für Olympia

Ewald Walker verabschiedet sich von »Jugend trainiert für Olympia«

11.07.2019
Bundes-Delegiertenversammlung

Einladung zur V. Delegiertenversammlung

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Fritz Schilgen: Die Darmstädter Zeit aus sportlicher Sicht

Die nachstehenden Fotos sowie die detaillierten Zusammenstellungen von Ergebnissen und Begebenheiten, die Fritz Schilgen betreffen, sind dem Heft „75 Jahre Akademischer Sport-Club Darmstadt, 1921 - 1996“ entnommen. Alle Übersichten sind Klaus Amrhein zu verdanken, der die Geschichte des ASC Darmstadt als Chronist über Jahrzehnte hinweg akribisch dokumentiert hat.

ASC-Staffel 1931: Betreuer, Schilgen, Hansen, Stepp, Gass

Fritz Schilgen: Erfolge bei Großveranstaltungen

Universiaden (Studenten-Weltmeisterschaften)
Platz 2 – xx.08.1928, Paris, 4x400 Meter
Platz 4 - 15.08.1928, Paris, 1.500 Meter
Platz 3 - 10.08.1930, Darmstadt, 5.000 Meter, 15:27,7

Teilnahme an vier Endläufen bei Deutschen Meisterschaften
Platz 3 - 21.07.1929, Breslau, 1.500 Meter, 4:02,6 Minuten
Platz 3 - 01.08.1931, Berlin, 1.500 Meter, 3:59,2 Minuten
Platz 3 - 13.08.1933, Köln, 1.500 Meter, 4:00,8 Minuten
Platz 4 - 04.08.1935, Berlin, 5.000 Meter, 15:10,4 Minuten

Bei den Meisterschaften 1929, 1931 und 1933 startete Fritz Schilgen für den ASC Darmstadt, 1935 trat er für SG Siemens Berlin an.

Platzierungen bei Deutschen Hochschulmeisterschaften
Platz 2 - 01.08.1926, Jena, 1.500m, 4:16,8
Platz 1 - 24.07.1927, Königsberg, 1.500m, 4:12,3
Platz 1 - 14.07.1929, Münster, 1.500m, 4:04,6
Platz 1 - 14.07.1929, Münster, 5.000m, 15:44,1

Länderkämpfe (während der Zeit beim ASC Darmstadt)
Platz 2 - 02.09.1928, Frankfurt/M., D-CH, 1.500m, 4:08,1
Platz 2 - 24.08.1929, London, GBR-D, 4x1 Meile, 17:49,6
Platz 1 - 01.09.1929, Zürich, CH-D, 1.500m, 4:06,5
Platz 2 - 31.08.1930, Freiburg, D-CH, 1.500m, 4:08,7
Platz 2 - 30.08.1931, Köln, D-GBR, 4x1.500m, 16:06,0
Platz 3 - 06.09.1931, Paris, FRA-D, 1.500m, 4:02,8
Platz 1 - 18.09.1932, Düsseldorf, D-FRA, 1.500m, 4:00,6
Platz 4 - 17.09.1933, Paris, FRA-D, 1.500m, 4:00,4

Insgesamt wurde Schilgen noch bei einigen weiteren Länderkämpfen für die deutsche Nationalmannschaft der Leichtathleten eingesetzt.
Der Sieg im 1,500 Meter-Rennen beim Länderkampf am 18.09.1932 gegen Frankreich zählte zu seinen wichtigsten sportlichen Erfolgen. Mit dem Franzosen Séra Martin und dem Stettiner Dr. Otto Peltzer ließ Fritz Schilgen gleich zwei ehemalige Mittelstrecken-Weltrekordler hinter sich.


Fritz Schilgen: Süddeutscher Meister über 1.500 Meter (1931)

Fritz Schilgen: Vereinsrekorde im ASC Darmstadt

Fritz Schilgen trat über verschiedene Distanzen auf der Mittel- und Langstrecke an. Dabei stellte er immer wieder Bestzeiten auf, die gleichzeitig Vereinsrekorde für den ASC Darmstadt darstellten.

400 Meter
51,5 Frankfurt / M., 17.05.1928

800 Meter
2:04,0 ???, 1926
1:59,2 Wald, 27.05.1928
1:58,0 Mannheim, 27.09.1930

1.000 Meter
2:30,8 Stockholm, 16.10.1932

1.500 Meter
4:16,8 Jena, 01.08.1926
4:12,3 Königsberg, 24.07.1927
4:09,6 Insterburg, 31.07.1927
4:02.9 Frankfurt/M., 28.08.1927
4:02,6 Breslau, 21.06.1929
4:01,9 Darmstadt, 12.07.1931
3:59,2 Berlin, 01,08.1931

2.000 Meter
5:45,0 Wald, 25.08.1928

3.000 Meter
9:08.0 Wien, 13.09.1931
8:37,2 Bremen, 08.07.1932
9:06,0 Offenburg (Halle), 10.1932

5.000 Meter
15:44,1 Münster/Wf., 14.07.1929
15:27,7 Darmstadt, 10.08.1930
15:26,0 Darmstadt, 19-07.1931


Fritz Schilgen: Würdigung im Jubiläumsheft des ASC Darmstadt

1927
Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften („8. Deutsch-Akademisches Olympia“ genannt) in Königsberg gewann die THD insgesamt 6 Titel. So siegte u.a. Schilgen am 10.7. über 1500m mit neuem Deutschen Hochschulrekord von 4:12,3 Minuten. Auch am 28.8. präsentierte sich Schilgen in Frankfurt/M, in ausgezeichneter Verfassung, als er über 1500m in 4:02,9 Min. den französischen Meister Jules Ladoumègue schlug.

1928
Am 1.7. in Frankenthal wurde Schilgen mit 4:06,8 Min. Süddeutscher Meister über 1500m. Bei den 2. Studentischen Internationalen Meisterschaften (später Studenten-WM / Universiaden) in Paris belegte Schilgen am 19.8. über 1500m den 4. Platz. Einen 2. Platz über 1500m (4:08,1) erlief sich Schilgen am 2.9. bei seinem 2. Länderkampfeinsatz in Frankfurt/M. gegen die Schweiz.

1929
Bei den internen Hochschulmeisterschaften am 3. Und 6.7. erzielten unsere ASCler folgende Ergebnisse: 400m 1. Schilgen 53,8.
Schilgen wurde am 14.7. in Münster /Wf. Über 1500m (4:06,4) und 5000m (15:44,1) Deutscher Hochschulmeister. Der Berliner Waldemar Hellpap siegte zwar über 1500m, wurde aber disqualifiziert, da er unter falschem Namen startete! Anläßlich dieser Meisterschaften wurde Darmstadt mit der Durchführung der „IV. Int. Meisterschaften der Studenten" 1930 beauftragt. Eine Woche später belegte Schilgen bei den Deutschen Meisterschaften über 1500m in 4:02,6 Min. den 3. Platz. Zwei Länderkampfeinsätze am 24.8. in London (über 4x1 Meile) und am 1.9. in Züiich (über 1500m in 4:06,5) schlossen sich an.

1930
Nach 9 Jahren charakterisierte Fritz Schilgen die damalige Situation des Clubs sehr gut in der Clubzeitung vom Juli d.J.:
„Die Mitgliedzahl ist gewachsen und damit die Schwierigkeiten. Wir kennen jetzt die Hauptschwierigkeit, mit der wir zu kämpfen haben, und die unsere Aufbauarbeit behindert. Der Verein besteht doch eigentlich nur ein halbes Jahre, knappe vier Wintermonate und drei Sommermonate. Die übrige Zeit sind die ASCler in alle Winde versstreut. Wir haben bewußt nicht die Organisation, wie sie Korporationen eigen ist; eine Sportvereinigung läßt sich schwer in dieses Schema pressen. Eins fehlt allerdings dann sehr leicht, nämlich das Zusammengehörigkeitsgefühl. Bei Semesterbeginn dauert es immer eine Weile, bis sich alle Leute wieder zusammengefunden haben. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit läßt sich nicht erzwingen, es muß von selbst kommen.“

Diesen Problemen standen jedoch ausgezeichnete sportliche Erfolge gegenüber. Mit der Zeit von 17:25,2 Min über 4x1500m gewann der ASC am 20.7. in Nürnberg die Süddeutsche Vizemeisterschaft.

Studentenweltmeisterschaft 1930: Botzon, Stepp, Schilgen, ??? (von links nach rechts)

Die nach 1924 (Warschau), 1927 (Rom) und 1928 (Paris) vom 1.-10.8. 1930 im Hochschulstadion ausgetragenen „IV. INTERNATIONALEN MEISTERSCHAFTEN DER STUDENTEN“ stellten ein erster Höhepunkt in der mittlerweile langen Darmstädter Sportgeschichte dar. Nicht zuletzt aufgrund der hervorragend ausgestatteten Sportanlagen des Hochschulstadions bekam die THD als ausrichtende Hochschule den Vorzug gegenüber den Mitbewerberstädten Berlin, Hamburg-Altona, Köln, Dresden und München. Das Meldeergebnis war mit 33 Nationen sehr gut, zur Austragung kamen die Sportarten Rudern (in Frankfurt/M.), Tennis (auf den Anlagen des Tennis- und Eisclubs Darmstadt), Fechten, Wasserball, Schwimmen, Fußball, Rugby (Endspiel in Heidelberg) und selbstverständlich Leichtathletik. Die Wettkampfanlagen der 98er dienten als Trainings- und Übungsanlage. Ernst Söllinger als Generalsekretär und Leiter des Organisationskomitees übernahm die Verantwortung der sportlichen Durchführung und erhielt in Anerkennung seiner Verdienste um diese Meisterschaften vom Hessischen Staatspräsidenten Dr. Bernhard Adelung die Amtsbezeichnung „Direktor“ verliehen. Fritz Schilgen, der mit Clubkamerad Curt Starkloff (1907 – 1971) als Studienarbeit die gesamten starkstrom- und nachrichtentechnischen Einrichtungen des Stadions fertigte, sprach am 1.8. den „Schwur“ zur Eröffnung der Spiele:

„Wir schwören, daß wir uns bei den Internationalen Meisterschaften der Studenten als ehrenwerte Kämpfer zeigen sowie die für die Spiele geltenden Bestimmungen achten wollen. Unsere Teilnahme soll in ritterlichem Geist für die Ehre unseres Vaterlandes und für den Ruhm des Sports erfolgen.“

Drei Generationen ASC-Vorsitzende (1996): Thomas Birkelbach, Fritz Schilgen, Wolf B. Hoelscher

Noch ahnte niemand, daß er auf den Tag genau (!) 6 Jahre später bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin als Schlußläufer die „Olympische Flamme“ entzünden sollte. Im übrigen gewann Schilgen am Schlußtag über 5000m in ausgezeichneten 15:27,7 Min. die Broncemedaille. In der deutschen Mannschaft befanden sich u.a. so bekannte Athleten wie der spätere Zehnkampfweltrekordler Hans-Heinrich Sievert (1909-1963), der Mittelstreckler und heute 88-jährige Max Danz (u.a. von 1949 - 1970 Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes) sowie der Tennisspieler und mehrfache Wimbledonfinalist Gottfried Freiherr von Cramm (1909-1976).

Zu den Rahmenveranstaltungen während der „ISM“ gehörten auch eine Landung des Luftschiffs „Graf Zeppelin“, Rundflüge für die Delegationsführer, Opernaufführungen, Festkonzerte, eine „Sportärzte-Tagung“ und Ausstellungen wie „Die geistige Idee im Sport“, „Deutsche Dahlienschau“ oder „Internationale Gartenfeste“. Mit einem Fackelzug zum Schloß und einem gemütlichen Beisammensein in den Schloßkellern fand diese Sportveranstaltung einen würdigen Abschluß. Wahrlich eine Werbung für Darmstadt und den gesamten Hochschulsport.

Am 31.8. nahm Fritz Schilgen in Freiburg am Länderkampf gegen die Schweiz teil (2. Über 1500m in 4:08,7) und steigert sich schließlich gegen Ende der Saison am 27.9. in Mannheim über 800m auf 1:58,0 Min.

1931
Am 28.6. siegte Schilgen bei den Südwestdeutschen Hochschulmeisterschaften in Frankfurt/M. über 1500m.

Bei den Süddeutschen Meisterschaften am 11./12.7. im Hochschulstadion holte sich Schilgen über 1500m in 4:01,9 Min. den Titel, die 4x1500m-Staffel belegte mit Schilgen, Gass, Stepp und Hansen in 17:03,8 den 3. Platz.

Aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen wurden Schilgen und Stepp im August und September zu verschiedenen Länderkämpfen gegen die Schweiz, England, Frankreich und Österreich nominiert.

1932
Schilgen lief am 1.6. in Darmstadt über 5000m 15:37,4 Min. und kam am 14.6. in Kassel mit 3:59,6 Min über 1500m zum zweiten Mal in seiner Karriere unter 4 Minuten. Schilgen verfehlte am 8.7. in Bremen mit 8:37,2 Min. den Deutschen Rekord um lediglich 1,9(!) Sekunden, am 18.9. in Düsseldorf siegte er abschließend über 1500m (4:00,6) im Länderkampf gegen Frankreich.

1933
Zudem verließ mit Schilgen, der sich beruflich bedingt dem Siemens Berlin anschloß, und dort bei seiner Firma Telefunken den Werksportverein aufbaute, einer unserer Leistungsträger.

>>> Fritz Schilgen: Der Olympische Fackellauf 1936

>>> Fritz Schilgen: Darmstadt, Berlin und immer wieder Olympisches Feuer