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Rhein-Main

Deutsche Olympische Gesellschaft schlägt auf - DOG als Schirmherr des 31. Rhein-Main-Business-Cup

12.08.2019
Berlin

Ex-Radprofi Czarnowski fährt mit Schülern bis nach Berlin

12.08.2019
Paderborn

Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) fördert Bewegungskindergärten

24.07.2019
Jugend trainiert für Olympia

Ewald Walker verabschiedet sich von »Jugend trainiert für Olympia«

11.07.2019
Bundes-Delegiertenversammlung

Einladung zur V. Delegiertenversammlung

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Schønheyder, Rolf

Rolf Schønheyder, 1934

Persönliche Daten

Geboren: 24. Juni 1913 in Trondheim
Gestorben: 21. April 1994 in Oslo
Eltern: Professor Dr. Kristian Schønheyder und Martha Schønheyder
Späterer Wohnort: Bergen (Norwegen), Chr. Michelsensgt. 1-3 V
Heirat am 16. März 1942 mit Zaida Schønheyder, geborene Spoof-Blomqvist

Schule, Studium, Praktika

Schulabschluss: Oslo 1934
Praktikum (9 Monate) bei Eureka mek. Verksted., Sköyenpr, Oslo (Norwegen)
Praktikum (3 Wochen) AKA-Flieg der TH Darmstadt
Studium: Maschinenbau an der Technischen Hochschule, Darmstadt, 1935 bis 1939 (9 Semester)
Zeugnis der Diplom-Vorprüfung ausgestellt am 11. Mai 1939 mit der Note „Bestanden"
Studium: Technische Hochschule, Stockholm, ein Jahr

Rolf Schønheyder, 1936

Sportliche Erfolge

2 x Norwegischer Meister über 200 Meter: 1934 und 1936
2 x Platz 3 bei Norwegischen Meisterschaften über 200 Meter: 1933 und 1938
2 x Norwegischer Meister über 400 Meter: 1934 und 1936

Norwegischer Rekordhalter über 400 Meter, 48,8 Sekunden, Oslo, 25. August 1934. Der Rekord hatte Bestand bis zum 15. September 1935

Vier Länderkämpfe für Norwegen, 3 x gegen Schweden (1933, 1934 und 1936) und 1 x gegen Polen (1938). Starts über 400 Meter, 400 Meter Hürden und in Staffeln; insgesamt sechs Starts, dabei fünf zweite Plätze und einmal Platz 3.  

Teilnahme für Norwegen an den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin. Einsatz über 400 Meter, 49,4 Sekunden, Platz 4 in Vorlauf 4.

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde Rolf Schønheyder als einer der bekanntesten norwegischen Athleten aus der Zeit zwischen den Weltkriegen gewürdigt.

Persönliche Bestzeiten

100 Meter – 10,9 Sekunden, Oslo (Norwegen), 31. August 1934
200 Meter – 21,8 Sekunden, Oslo (Norwegen), 21. Juni 1936
300 Meter – 34,8 Sekunden, Stockholm (Schweden), 26. Juli 1935
400 Meter – 48,7 Sekunden, Oslo (Norwegen), 15 Juli 1936
110 Meter Hürden, 15,9 Sekunden, Darmstadt, 1937
400 Meter Hürden - 55,8 Sekunden, Kopenhagen (Dänemark), 25 Juli 1938
In Norwegen startete Rolf Schønheyder für den Club IF Vestheim in Oslo.

Rolf Schønheyder (links) und Finn Blikstad

Die Jahre beim ASC Darmstadt

In der Jubiläumsschrift „75 Jahre Akademischer Sport-Club Darmstadt (1921 – 1996)" berichtet der Chronist Klaus Amrhein über das Jahr 1936: Zu Beginn des äußerst erfolgreichen Sommersemesters schlossen sich zahlreiche norwegische Studenten dem ASC an: Kjell Erichsen, Kjell L’Abée-Lund und der 23-jährige aus Bergen kommende Sprinter und frühere norwegische 400m-Rekordler Schønheyder  (erzielte 48,8 Sek. Am 25.8.1934 in Oslo), die dem ASC einen „internationalen Touch“ gaben.
Nur wenige Eingeweihte dürften wissen, daß bei diesen Olympischen Spielen nicht nur Fritz Schilgen, sondern auch Rolf Schønheyder aktiv teilnahm. Schilgen entzündete am 1.8. vor 100.000 Zuschauern im Olympiastadion die Olympische Flamme. Schønheyder, der zunächst seine 200m-Bestzeit am 21.6. in Oslo auf 21,8 Sek. verbesserte, qualifizierte sich bei den Norwegischen Meisterschaften mit 21,9 und 48,9 Sek, für Berlin und zeigte am 15.7. in Oslo mit neuer Bestzeit von 48,7 Sek., daß er in blendender Form ist. Am 6.8. lief er dann, etwas unter Wert, im 4. Vorlauf als Vierter in 49,4 Sek. durchs Ziel und schied aus.

Rolf Schønheyder (ASC Darmstadt), Zieleinlauf über 400 Meter
Hochschulstadion Darmstadt, 1930er jahre

In der gleichen Jubiläumsschrift hat Klaus Amrhein die Entwicklung der Männer-Vereinsrekorde des ASC Darmstadt akribisch aufgelistet. Rolf Schønheyder ist in diesen Übersichten mit insgesamt elf Einträgen aufgeführt.

100 Meter:
11,0 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 03.05.1936
11,0 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 02.06.1937
11,0 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 10.06.1938

200 Meter:
23,0 Sekunden Schønheyder, Rolf, Heidelberg, 28.05.1936
22,8 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 02.06.1937
22,5 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 14.06.1938

400 Meter:
49,9 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 28.05.1936

110 Meter Hürden:
15,9 Sekunden Schønheyder, Rolf, Darmstadt, 1937
Zu diesem Eintrag fehlt das genaue Datum; möglicherweise handelte es sich hier nicht um einen offiziellen Wettkampf.

4 x 100 Meter-Staffel:
44,4 Sekunden Probst - Blikstad - Wettstein - Schønheyder, Darmstadt, 17.05.1936

4 x 400 Meter-Staffel:
3:39,6 Minuten Stepp - Wettstein - Blikstad - Schønheyder, Darmstadt, 03.05.1936
3:34,9 Minuten Schorn - Roß - Stepp - Schønheyder, Darmstadt, 27.04.1938

Studium an der TH Darmstadt

Während seines Studiums an der Technischen Hochschule in Darmstadt wechselte die Anschrift von Rolf Schønheyder mehrfach. In den Unterlagen der Hochschule sind für den Studierenden die Wohnadressen Wilhelm-Glässing-Straße 3, Olbrichweg 14, Alfred-Messel-Weg 36 und Lauteschlägerstraße 6 hinterlegt.

Am 11. Februar 1937 beantragte Rolf Schønheyder erstmals die Zulassung zur Diplom-Vorprüfung in den Fächern Grundzüge der Experimental-Chemie, Experimental-Physik, Geometrie I und Kinematik, Einführung in den Maschinenbau, Mechanik, Mechanische Technologie I a, b, c und Dynamik. Am 8. Februar 1938 folgte der Antrag auf Zulassung zum 2. Teil der Diplom-Vorprüfung in den Fächern Mathematik, Maschinenbauelemente, Hydraulik, Technische Thermodynamik und Volkswirtschaftslehre; hinzu kamen vier Wiederholungsprüfungen zu Fächern aus der ersten Diplom-Vorprüfung 1937. Es folgten weitere Anträge auf Prüfungszulassung sowie mehrere Wiederholungsprüfungen. Schließlich genehmigte die Hessische Landesregierung in Person des Reichsstatthalters in Hessen als letzte Instanz am 23. Januar 1939 eine erneute Zulassung zur Wiederholungsprüfung in zwei Fächern.

Am 11. Mai 1939 wurde Rolf Schønheyder schließlich das Zeugnis der Diplom-Vorprüfung mit der Note „Bestanden“ ausgestellt.

Lebens- und Bildungsgang
Anschreiben Rolf Schønheyder vom 13.12.1938
Aufgabenliste zur Prüfung am 11. Mai 1939
Niederschrift zur Diplom-Vorprüfung
Zeugnis zur Diplom-Vorprüfung

(Vorstehende Dokumente mit freundlicher Genehmigung des Universitätsarchivs Darmstadt - UA Darmstadt 102 Nr. 8906)

Wo die Prioritäten des sportlichen Studenten Rolf Schønheyder während seiner Zeit an der Technischen Hochschule in Darmstadt lagen, kann allenfalls vermutet werden. Ein kurzes Schreiben Schønheyders vom 23. Februar 1938 an die Vorprüfungskommission könnte hierzu einen Hinweis geben:

„Da ich im Interesse des Hochschulsportes vor kurzem eine Woche weg war, ... bitte ich um Terminverschiebung.“

Bald nach der bestandenen Diplom-Vorprüfung brach Rolf Schønheyder sein Studium in Darmstadt ab, da er wegen seiner Sympathie mit Großbritannien seine Ausweisung oder Vertreibung befürchtete.

Seefahrt und 2. Weltkrieg

Am 1. Dezember 1939 war Rolf Schönheyder an Bord des zivilen norwegischen Frachters D/S Arcturus, der von einem deutschen U-Boot torpediert wurde und innerhalb weniger Minuten sank. Neun der siebzehn Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben. Bei hoher See trieb Schönheyder gemeinsam mit anderen Überlebenden auf einem Floß mehr als 24 Stunden lang auf dem Wasser, bevor er schließlich gerettet werden konnte.

>>> weitere Informationen zu diesem Vorfall (Seite in englischer Sprache)

1944 kam Rolf Schönheyder nach Großbritannien, wo er beim Bodenpersonal in der Luftwaffe diente, zuerst in Schottland, später auf dem  Kontinent. Mitte Oktober 1944 nahm er an der Invasion in der Normandie teil. Für insgesamt sechs Monate war er anschließend in Belgien und in den Niederlanden stationiert.

1958 überquerte er den Atlantik auf der Kopie eines Wikingerbootes; an Bord waren insgesamt 7 Personen. Das Boot wurde im gleichen Jahr bei der Filmproduktion Die Wikinger (original: The Vikings) genutzt, in der Kirk Douglas und Tony Curtis die Hauptrollen spielten.