Bundesweite Termine

12.08.2019
Berlin

Ex-Radprofi Czarnowski fährt mit Schülern bis nach Berlin

12.08.2019
Paderborn

Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) fördert Bewegungskindergärten

24.07.2019
Jugend trainiert für Olympia

Ewald Walker verabschiedet sich von »Jugend trainiert für Olympia«

11.07.2019
Bundes-Delegiertenversammlung

Einladung zur V. Delegiertenversammlung

01.07.2019
Berlin

degewo-Schülertriathlon 2019: Schule am Bienwaldring aus Berlin-Neukölln augezeichn

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Weber, Andreas

Sport oder Musik: Wer die Wahl hat ...

Schön, dass es mit dem gemeinsamen Termin geklappt hat. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich unser Gespräch aufzeichne.
Kein Problem, ich habe selbst so ein Aufnahmegerät zu Hause. Ich habe in meiner Jugend Schlagzeug gespielt, musste mich aber irgendwann zwischen Musik und Sport entscheiden. Die Wahl fiel auf den Sport, und die Musik trat in den Hintergrund. Vor drei Jahren habe ich die Musik wieder entdeckt, seitdem nehme ich Gesangsunterricht. Wenn ich daheim übe, nehme ich meinen Gesang auf. So kann ich später kontrollieren, ob ich tatsächlich die Töne treffe.

Du wurdest in Darmstadt geboren. Wo genau?
Ich bin echter Darmstädter Heiner, aufgewachsen in der Robert-Schneider-Straße. Da, wo sich heute das Schlossgartencafé oder auch Schwarz Weiß Café befindet, das ist mein Elternhaus, dort befand sich auch unsere Bäckerei. Für Leute aus dem Martinsviertel: Gegenüber vom Hahne-Schorsch.

War da nicht eine Zukunft als Bäcker für dich vorgezeichnet?
Das hat sich nicht ergeben. Im Lauf der Jahre wurde der eigene Betrieb vergrößert, und am Ende wurde die Produktion nach Pfungstadt verlegt und der Betrieb in Weber-Kuchen Pfungstadt umbenannt. 1962 ist dann die gesamte Familie nach Pfungstadt gezogen, in das Verwaltungsgebäude unseres Betriebes in der Ostendstraße.

In Zusammenhang mit Pfungstadt erinnere ich mich an Weberlis, einzeln verpackte, kleine, runde Kuchen.
Ja, das war ein Produkt unserer Bäckerfamilie, genau so wie Golden Toast.

Den Betrieb gibt es heute noch?
Großvater und Vater haben den Betrieb 1976 an einen Großkonzern verkauft. Das Unternehmen existiert zwar noch, die Besitzer haben seitdem aber mehrfach gewechselt

Dein Vater war Radsportler und trug den Beinamen „Pumpernickel“.
Er ist damals für den VCD, dem Velociped Club Darmstadt, Rennen gefahren, war in Hessen relativ erfolgreich. Pumpernickel als Spitzname war bei seinem beruflichen Hintergrund ja naheliegend.

Ehefrau Gisela

Familiengründung

Wie hast du deine Frau kennen gelernt?
Ich war zu diesem Zeitpunkt mit Karin zusammen, und meine heutige Frau Gisela war deren beste Freundin. Irgendwie hat es sich dann ergeben, dass Jahre später Gisela und ich zusammenkamen. Karin habe ich danach aus den Augen verloren. Nach rund zehn Jahren haben sich dann unsere Wege wieder gekreuzt. Karin hatte einen anderen Partner gefunden und seitdem hat sich eine enge Freundschaft zwischen den Paaren entwickelt, die bis heute Bestand hat.

Und dann seid ihr zusammengezogen?
Mein Vater war dagegen und hat eine gemeinsame Wohnung nicht unterstützt. Er war der Meinung, ich hätte daheim zu wohnen, so lange im Elternhaus ein Zimmer für mich zur Verfügung stand. Aber wir hatten natürlich unsere eigenen Vorstellungen, und irgendwann muss man ja auch seinen eigenen Weg gehen.
Meine Frau und ich haben bis 1986 zusammen mit meiner Oma in der Heinrich-Delp-Straße in Darmstadt gewohnt. Dann setzte die Familienplanung ein, und ein neues Zuhause musste her. Zunächst sind wir dann für fünf Jahre nach Braunshardt gezogen, bis wir schließlich in Alsbach eine Doppelhaushälfte kaufen konnten. 1991 haben wir unser neues Heim in Alsbach bezogen. Das war damals in der Hochzinsphase mit etwa 10 Prozent Zinsen für das Darlehen. Eine extreme Belastung, wenn man es mit den heutigen Baugeldzinsen vergleicht!

Von der Schule ins Berufsleben

1960 - 1962: Grundschule in Darmstadt
1962 - 1964: Grundschule in Pfungstadt
1964 - 1974: Schuldorf Bergstraße, Abschluss Abitur
1975 - 1980: Studium Wirtschaftsingenieur Fachrichtung Maschinenbau in Darmstadt bis zum Hauptdiplom
1975 - 1977: Lehre als Kfz-Mechaniker bei der Firma Bartmann in Pfungstadt, Abschluss Gesellenbrief
1977 - 1978: „Gejobbt“ im Schulungszentrum der Lufthansa in Seeheim
1979 - 2017: Flugbegleiter, Purser bei der Lufthansa

Schreiben des Schuldirektors

Du hast ziemlich lange die Schulbank gedrückt. Was war der Grund?
Ich habe das 12. Schuljahr dreimal gemacht. 1971 und 1972 wurde ich vom Schulbetrieb freigestellt. In dieser Zeit war ich zweimal in den USA, um meine schwimmerischen Fähigkeiten zu verbessern. Außerdem lag in diesem Zeitraum auch die aufwändige Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Trotz der Freistellung habe ich immer mal wieder an einzelnen Unterrichtseinheiten teilgenommen, wenn es in meinen Zeitplan passte.
Die Schulleitung hat damals den Ausbau des Sportangebots voran getrieben. In gewisser Weise war ich mit meinen schwimmerischen Erfolgen ja deren Aushängeschild, so dass man mich dort in vielerlei Hinsicht unterstützt hat. Ein überragender Schüler war ich nicht. Mit den Erfolgen im Schwimmen wurde ich aber auch in der Schule sukzessive besser. Der Grund für die Verbesserung lag sicher im gesteigerten Selbstbewusstsein, das ich über den Sport gewonnen hatte.

Du hast viel Zeit in Studium und Lehre investiert; Kfz-Mechaniker und Maschinenbau passen ja irgendwie zueinander. Trotzdem hast du dich dann doch für einen ganz anderen Berufszweig entschieden.
Ich habe schon bald gemerkt, dass mein Herz der Fliegerei gehörte.

>>> Andreas Weber: Lufthansa - 39 Jahre über den Wolken


Das Gespräch mit Andreas Weber wurde am 25. und 26. Januar 2018 geführt; Gesprächspartner: Rainer Paepcke.
Text: Nachdruck und jegliche Art der Vervielfältigung und Weiterverbreitung (auch auszugsweise) nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Deutschen Olympischen Gesellschaft, Zweigstelle Darmstadt.
Fotos: Die verwendeten Bildbelege entstammen dem Privatarchiv von Andreas Weber. Nachdruck und jegliche Art der Vervielfältigung und Weiterverbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Andreas Weber.